Ra Garve Kurse steuerlich als Werbungskosten für die Fortbildung absetzen

Ra Garve Kurse steuerlich als Werbungskosten für die Fortbildung absetzen

Der Bildschirm flimmert blau. ELSTER-Portal, nachts in der Dresdner Neustadt. Draußen vibrieren die Dielen, als die Linie 13 unten auf der Straße vorbeizieht. Es riecht nach kaltem Kaffee. Auf meinem Tisch liegt der karierte Block, querformat, vollgeschrieben mit Zeitstempeln aus dem Kursarchiv. Ich bin kein Steuerberater, ich bin Lokalreporter. Nach 24 Jahren im Beruf hat mich die Sparwelle im November 2023 aus der Redaktion gespült. Seitdem seziere ich die Ra Garve Kurse wie eine schlecht geschriebene Pressemappe – mit dem Ziel, die Kosten für die berufliche Fortbildung geltend zu machen.

Der Montagmorgen nach dem Redaktionsschluss

Früher war der Montagmorgen der Tag, an dem wir die Themen für die Wochenendbeilage festgeklopft haben. Heute sitze ich allein in meiner Etagenwohnung vor dem Röhrenradio und gehe systematisch die 12 Module der Verborgenen Weltgeschichte durch. Jede Woche drei Stunden Material. Das ist kein Hobby, das ist für mich eine Autopsie der Informationsbeschaffung. Wer 20 Jahre lang Regionales auf Druckspalten eingehauen hat, der lernt, Quellen zu prüfen. Und genau hier liegt der Hebel für das Finanzamt.

Die Kursgebühren sind kein Pappenstiel. Wenn man die Einheiten auf den Euro pro Stunde herunterbricht, landet man in einem Bereich, den das Finanzamt genau unter die Lupe nimmt. Aber es gibt den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1230 Euro. Wer darüber hinausgeht, muss belegen, warum die Beschäftigung mit alternativer Historie oder Bewusstseinserweiterung einen beruflichen Nutzen hat. Ich habe gelernt: Es kommt nicht darauf an, ob der Sachbearbeiter an die Inhalte glaubt. Es kommt darauf an, wie man die Methode verkauft.

Detailaufnahme eines Notizbuchs mit handschriftlichen Notizen zu Steuerparagraphen und Kursmodulen.

Werbungskosten und der Paragraph 9

Nach § 9 EStG sind Werbungskosten Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen. Als Journalist ist meine Währung die Analyse von Narrativen. Während der kalten Wochen im letzten Februar saß ich oft vier Stunden am Stück vor einem Video, nur um den exakten Zeitstempel einer archäologischen Referenz zu notieren. Mein Nacken war steif, aber das Notizbuch füllte sich. Das Finanzamt verlangt einen beruflichen Veranlassungszusammenhang.

Wer als Lehrer, Journalist, Archivar oder im Bereich der Erwachsenenbildung arbeitet, hat gute Karten. Man setzt den Kurs nicht als "spirituelle Reise" ab – das wäre der direkte Weg in den Papierkorb des Sachbearbeiters. Man deklariert es als Fortbildung in Methodenkritik, Quellenanalyse oder Recherchetraining. In der Verborgenen Weltgeschichte geht es oft um die Dekonstruktion offizieller Geschichtsschreibung. Das ist handwerkliches Rüstzeug für jeden, der mit Informationen arbeitet. Ich habe in meinem Begleitschreiben explizit auf die Analyse der Quellenarbeit in den Video-Modulen verwiesen, um den fachlichen Charakter zu unterstreichen.

Die 1230-Euro-Hürde nehmen

Wenn die Kosten für das Archiv und die Kursmodule den Pauschbetrag überschreiten, will das Finanzamt Belege sehen. Ich habe meine Notizen als Tischvorlage für das Finanzamt aufbereitet. Modul-Nummer, Dauer, Lernziel. Ein Kapitel über die Megalith-Kultur habe ich nach 12 Minuten abgebrochen, weil es mir zu spekulativ wurde – auch das steht in meinen Notizen. Diese Ehrlichkeit in der Dokumentation hilft. Es zeigt, dass man den Inhalt kritisch prüft, statt ihn nur blind zu konsumieren.

Die Übersetzung: Von der Esoterik zur Quellenkritik

Die steuerliche Absetzbarkeit scheitert oft nicht am Inhalt, sondern an der Sprache. Wer von "Quantensprüngen in 21 Tagen" schreibt, bekommt eine Absage. Wer von "multiperspektivischer Geschichtsbetrachtung" und "Analyse non-linearer Kausalitätsketten" schreibt, nutzt die Sprache der Behörden. Mitte Mai saß ich an meinem alten Küchentisch und habe das Anschreiben für meine Steuererklärung 2025 entworfen.

Ich habe den Fokus auf die Archivarbeit gelegt. Das Ra Garve Material ist ein riesiges Repository. Für einen Rechercheur ist es eine Übung in der Sichtung von Primärquellen, die vom akademischen Konsens abweichen. Das ist eine Fortbildung in kritischer Medienkompetenz. Ein Gegen-Check der offiziellen Pressemitteilungen der Geschichte, wenn man so will. Wer sich unsicher ist, wie die Kurse aufgebaut sind, sollte sich vorher die Kaufberatung zur Plattform und zur Videoqualität ansehen, um den zeitlichen Aufwand für die Dokumentation besser einschätzen zu können.

Steuerunterlagen und ein Begleitschreiben für das Finanzamt auf einem Holztisch.

Das Begleitschreiben – Eine Autopsie der Fortbildung

Ein wichtiger Tipp aus meinem Redaktions-Alltag: Gib dem Leser (oder dem Beamten) keine Rätsel auf. Ich habe dem Finanzamt eine Aufstellung der 12 Hauptmodule beigelegt. Dabei habe ich die esoterischen Begriffe durch Begriffe aus der Wissenssoziologie ersetzt. Statt "Geheimwissen" schrieb ich "marginalisierte Wissensbestände". Statt "Erwachen" wählte ich "Perspektivwechsel in der Informationsbewertung".

Eines Abends letzte Woche, es war schwül in der Neustadt, bin ich meine Unterlagen noch einmal durchgegangen. Ich bin kein Historiker und habe keine Promotion in Geschichte. Das sage ich jedem, der mich fragt. Wer echte historische Forschung betreiben will, gehört in die Universitätsbibliothek. Und wer gesundheitliche Probleme hat, sollte zum Orthopäden gehen, statt nur Videos zu schauen. Aber als Werkzeug für die eigene Denkarbeit sind diese Kurse für mich beruflich relevant. Das Finanzamt will sehen, dass du dich nicht nur berieseln lässt, sondern das Material bearbeitest.

Hier eine kurze Checkliste für deine Unterlagen:

Fazit eines ehemaligen Berichterstatters

Am Ende zählt die Disziplin. Ob die Rückerstattung kommt, hängt davon ab, wie sauber man den Lead des Begleitschreibens formuliert. Ich sitze hier immer noch jeden Montag, das Röhrenradio summt leise, und mache meine Notizen. Ob das Finanzamt meinen "Quantensprung" in der Steuererklärung mitmacht, wird sich zeigen. Aber die systematische Aufarbeitung des Materials hat mir zumindest die Struktur zurückgegeben, die ich nach dem Rauswurf aus der Redaktion verloren hatte. Das allein war die Investition schon wert, ganz ohne Stempel vom Finanzamt.

Wichtig: Ich bin kein Steuerberater. Das hier sind meine persönlichen Erfahrungen als Journalist auf der Suche nach einer plausiblen Begründung für die Werbungskosten. Konsultiere bei Unsicherheiten einen Profi oder einen Lohnsteuerhilfeverein. Die Regeln des § 9 EStG sind streng, aber mit einer guten Dokumentation und einer sachlichen Sprache ist vieles möglich.