50 Stunden Archiv-Arbeit: Was bleibt, wenn man die 'Verborgene Weltgeschichte' wie eine Lokalredaktion seziert?

Überarbeitet
Archiv-Arbeit Erfahrungsbericht: Notizbuch und Bildschirm mit RaGarve Verborgene Weltgeschichte im abgedunkelten Arbeitszimmer

Der Monitor wirft sein bläuliches Licht durch das halbdunkle Zimmer, die Jalousie ist noch unten, das alte Röhrenradio murmelt leise vom Sideboard, als Kapitel 7 zum wiederholten Mal startet. Auf dem Bildschirm läuft RaGarves Verborgene Weltgeschichte, Teil eins von vier, die Fernbedienung liegt längst unbenutzt daneben, weil hier niemand vorspult. Dieser Text ist ein Erfahrungsbericht aus der Archiv-Arbeit, keine Verkaufsbroschüre: 120 Videolektionen, über 50 Stunden Material, verteilt auf vier Teile, die ich wie eine zu dicke Pressemappe durchgehe. Was hier steht, ist keine Meinung über Weltgeschichte, sondern eine Landkarte, welcher Teil wofür taugt.

Offenlegung: Dieser Text enthält Partnerlinks. Kaufst du über einen davon, bekomme ich eine kleine Provision — an deinem Preis ändert das nichts.

Ich schreibe hier ausschließlich über Material, das ich selbst gekauft und mit dem Notizbuch quer durchgearbeitet habe. Historiker bin ich nicht, Heiler auch nicht, spiritueller Lehrer schon gar nicht — nur einer, der gelernt hat, Quellen nachzuschlagen, bevor er sie weiterreicht. Die vollständige Offenlegung findest du im Impressum.

Die Archiv-Arbeit in vier Teilen: RaGarves Kapitel-Landkarte

Vier Teile, das ist die Struktur, die RaGarve seit 2016 kontinuierlich ausgebaut hat: Grundlagen, Vertiefung, Groß-Tartarien und Das Globale Erwachen. Teil eins, die Grundlagen, ist Quellenkritik-Terrain — warum offizielle Erzählungen Lücken haben, wie man eine Behauptung von einem Beleg unterscheidet. Da fühle ich mich zuhause, das ist mein altes Handwerk. Teil zwei, die Vertiefung, wird kleinteiliger: Archäologie, Astronomie, alternative Zeitleisten, die dichteste Materialmenge im ganzen Archiv. Teil drei trägt den Namen Groß-Tartarien und widmet sich einer bestimmten alternativen Geschichtsthese mit eigenen Regeln für die Chronologie der letzten Jahrhunderte. Teil vier heißt Das Globale Erwachen — und ja, das ist verwirrend, weil RaGarve zusätzlich einen komplett eigenständigen Kurs mit fast demselben Namen verkauft, Globales Erwachen. Wie stark sich Kursmodul und Einzelkurs inhaltlich decken, habe ich in einem separaten Vergleich mit paralleler Kapitel-Zählung aufgedröselt, ohne hier zu werten, welcher Kurs "richtiger" liegt.

Genau an dieser Verwechslung bin ich selbst hängengeblieben. Ich hatte die Verborgene Weltgeschichte längst durch, als ich das separate Globales Erwachen kaufte, in der Annahme, es wäre reines Zusatzmaterial. Ein gutes Stück davon kannte ich schon aus Teil vier. Die Gesamtsumme für beide Kurse zusammen hatte ich vorher zu niedrig im Kopf — man rechnet den zweiten Kurs immer optimistisch, wie eine Zeitungsabo-Verlängerung, die man kaum bemerkt. Bemerkt man dann doch.

RaGarve Archiv-Arbeit: handschriftliche Notizen mit Zeitstempeln und Kapitelnummern im querformatigen Notizbuch

Der Tempo-Fehler, der die Notizen zerlegt hat

Bei eineinhalbfacher Wiedergabegeschwindigkeit wollte ich einmal schneller durch das Material kommen, so wie man eine Agenturmeldung quer liest, um den Kern zu finden. Nach zwanzig Minuten sahen drei Notizbuchseiten aus wie Hieroglyphen: Namen halb notiert, Zeitstempel ohne Zusammenhang, Pfeile, die auf nichts mehr zeigten. Diese Methode habe ich sofort wieder begraben. Seitdem läuft jedes Video in normaler Geschwindigkeit, und die querformatigen Hefte stapeln sich griffbereit neben der Tastatur, jede Seite mit Zeitstempel und Kapitelnummer.

Es gibt einen Punkt, an den ich mich genau erinnere: Seite 23 im zweiten Notizbuch, Kapitel 7 komplett aus dem Gedächtnis zusammengefasst, Bildschirm aus, nur der Stift, drei saubere Sätze, ohne zurückzuspulen. Kein Geistesblitz, eher wie ein Artikel, der plötzlich ohne Redaktionskonferenz fertig im Kopf steht.

Nicht jeder Anlauf bei mir endet mit einer fertigen Landkarte. Vor RaGarve hatte ich einen Onlinekurs zum kritischen Denken angefangen — reines Handwerkszeug, dachte ich, nichts mit Weltgeschichte zu tun. Nach Modul drei habe ich abgebrochen, weil die Übungen im Kreis liefen und keine neue Ebene mehr brachten. Diese Erfahrung sitzt mir im Nacken, wenn ich jetzt RaGarves Struktur bewerte: Wiederholt sich hier etwas, ohne dass neue Substanz dazukommt, oder baut jeder Teil tatsächlich auf dem vorigen auf?

Röhrenradio und Laptop mit laufendem RaGarve Kursvideo aus der Verborgenen Weltgeschichte im Arbeitszimmer

Grundlagen und Vertiefung gegen Groß-Tartarien und Erwachen

Wenn ich die vier Teile nebeneinanderlege, zerfallen sie in zwei Hälften mit komplett unterschiedlichem Charakter. Grundlagen und Vertiefung, die ersten beiden Teile, sind die härtere Recherche-Hälfte: Quellenkritik, Archäologie, Zeitleisten, Material, das sich mit klassischen Nachschlagewerken gegenchecken lässt. Groß-Tartarien und Das Globale Erwachen, die zweite Hälfte, verlassen dieses Terrain und bauen größere, spekulativere Erzählbögen.

Beide Hälften sind sauber produziert.

Aber sie verlangen eine unterschiedliche Lesehaltung — die erste wie eine Tischvorlage, die man prüft, die zweite eher wie ein Essay, dem man folgt, ohne jeden Satz beweisen zu verlangen.

In einem der Kapitel aus der zweiten Hälfte bin ich ausgestiegen, weil die Herleitung einer bestimmten Kausalität für meinen Geschmack zu weit ging, ohne dass eine nachprüfbare Quelle genannt wurde. Wo im Archiv insgesamt am häufigsten ausgestiegen wird, ist übrigens eine eigene Auswertung wert, die ich woanders gemacht habe. Und wo Quellenangaben grundsätzlich fehlen oder zu dünn sind, um einer Redaktionsprüfung standzuhalten, behandle ich ebenfalls separat, ausführlicher als hier möglich.

Was drei Fragen von einem Leser aus Leipzig klarmachen

Helmut, ein pensionierter Ingenieur aus Leipzig, schreibt mir öfter, meist mit exakt drei Fragen in einer einzigen langen Mail. Neulich wollte er wissen, ob sich alle vier Teile lohnen, wie hoch der Aufwand pro Teil ungefähr ausfällt und ob man mit der kompakteren Alternative Globales Erwachen nicht besser fährt, wenn die Zeit knapp ist. Drei Fragen, eine Antwort in drei Teilen.

Ob sich alle vier Teile lohnen, hängt davon ab, wie tief man in die Materie will. Wer nur die Grundlage sucht, um Debatten im Bekanntenkreis zu verstehen, kommt mit der ersten Hälfte weit. Wer die komplette Erzählung will, Groß-Tartarien inklusive, braucht auch die zweite. Der Preis liegt bei rund 297 Dollar für das Gesamtpaket, und was das in Stunden umgerechnet bedeutet, habe ich in einem separaten Preis-Überblick vorgerechnet — hier reicht der Hinweis, dass 50 Stunden Material nicht das Gleiche kosten wie ein zweistündiges Webinar.

Wie hoch der Aufwand pro Teil ausfällt, lässt sich grob an der Videozahl ablesen, auch wenn Tempo und Konzentration stark schwanken. Was den Zugang selbst angeht — wie lange er läuft, was technisch beim Abspielen passiert, welches Begleitmaterial als PDF mitgeliefert wird — sind alles Fragen, die ich in eigenen Notizen beantwortet habe, weil sie hier den Rahmen sprengen würden.

Und ob die kompaktere Alternative reicht: Globales Erwachen bringt 32 Videos und 17 Stunden, eine Art Eilmeldung zum Zeitgeschehen statt Hintergrund-Dossier über Jahrtausende. Für Leute mit wenig Zeit ist das ein vernünftiger Einstieg. RaGarve hat mit Phänomen Leben noch ein drittes Format im Angebot, breiter angelegt, näher am Menschen als an der Geschichte — welches der drei man zuerst nimmt, ist wieder eine eigene Rechnung, die von der Motivation abhängt: Geschichte zuerst, Gegenwart zuerst oder der Mensch zuerst.

Ein Kopf-Kurs wie dieser hat einen blinden Fleck: den Körper. Wer fünfzig Stunden sitzend vor dem Monitor verbringt, merkt irgendwann die Wirbelsäule. Ein körperlicher Gegenpol zu den drei RaGarve-Kopf-Kursen ist ein Thema für sich, das ich getrennt behandle — hier nur der Hinweis, dass er existiert, nicht als Heilversprechen, sondern als Ausgleich zum vielen Sitzen.

Vollgeschriebene Notizbücher aus der Archiv-Arbeit zur 50-Stunden-Analyse des RaGarve Weltgeschichte-Kurses

Welcher Teil lohnt sich für wen?

Die Antwort, die ich Helmut am Ende geschickt habe, war schlichter als seine drei Fragen: Wer harte Fakten und nachprüfbare Quellen will, bleibt bei Grundlagen und Vertiefung und kann dort aufhören, ohne etwas zu verpassen. Wer die große, spekulativere Erzählung will, Groß-Tartarien und Das Globale Erwachen inklusive, muss die zweite Hälfte mitnehmen, sollte aber wissen, dass ab hier weniger nachprüfbar ist und mehr Interpretation. Ein Mittelweg existiert nicht wirklich — das Material ist so gebaut, dass die zweite Hälfte auf der ersten aufsetzt.

Bevor ich so etwas veröffentliche, schicke ich die Rohfassung an Roland Thamm, einen alten Weggefährten aus der Lokalredaktion, der inzwischen frei für mehrere Regionalblätter schreibt. Seine Kommentare kommen fast immer nach Mitternacht zurück, meist mit einer einzigen Frage, die den schwächsten Absatz trifft. Diesmal war es die Sache mit Teil vier und dem Namens-Zwilling — zu Recht.

Die Akte schließt sich, aber ohne Erleuchtung

Nach vierundzwanzig Jahren im Journalismus traue ich vor allem einer Sache: einer Struktur, die sich prüfen lässt. Die vier Teile von RaGarve halten diesem Test unterschiedlich gut stand, und genau deshalb lohnt sich die Landkarte mehr als jede Zusammenfassung. Erleuchtung liefert das Archiv nicht. Eine sortierte Aktenlage schon — vorausgesetzt, man ist bereit, selbst zwischen Recherche und Erzählung zu unterscheiden.

Ich bin kein Arzt und erst recht kein Historiker mit Lehrstuhl. Rückenprobleme vom vielen Sitzen gehören zum Orthopäden, eine wissenschaftlich geprüfte Abhandlung über die Bronzezeit gehört in die Universitätsbibliothek. Wer aber ein Archiv sucht, das mit einer Sorgfalt zusammengestellt wurde, die man in heutigen Redaktionen kaum noch findet, bekommt sie mit der Verborgenen Weltgeschichte.

Bereit, die Zeit zu investieren und das eigene Notizbuch querzulegen? Hier geht es zum Einstieg: Verborgene Weltgeschichte analysieren.

Wer erst die eigene Notiz-Struktur klären will, bevor fünfzig Stunden Archiv drüberrollen, dem hilft ein Blick auf meine Tipps für strukturierte Notizen — dort geht es auch um Zeitstempel als Koordinaten der eigenen Kapitel-Landkarte, damit einzelne Aussagen später wiederauffindbar bleiben.